Günstige Gesundheitsaktien für die Wirtschaftsabschwächung
Die Bewertung des globalen Pharmasektors ist aufgrund von politischen Risiken in den USA deutlich gefallen.
Die Aktienmärkte mussten im März aufgrund einer drohenden Wirtschaftsabschwächung in den USA weitere Verluste verkraften. Ist die Korrektur nun vorbei – oder schlittern wir in eine Rezession? In unserem Asset Allocation Update für den Monat April bleiben wir bei Schwellenländeraktien übergewichtet und kaufen nach dem jüngsten Renditeanstieg zusätzlich CHF-Anleihen dazu.
Text: Nicola Grass
Das ausserordentlich gute Umfeld in den USA der letzten Jahre mit robuster Konjunktur und Dominanz von IT-Aktien hat sich im März weiter abgeschwächt. Zum einen scheint die Konsumentenstimmung zu schwächeln, was mit den angekündigten Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben zu tun haben könnte, jedoch kurzfristig eher mit den Vermögensverlusten an der Börse (-10% seit Ende vergangenen Februar). Zum anderen haben sich Anlegerinnen und Anleger, inklusive solche aus den USA, vermehrt anderen und günstigeren Märkten zugewandt.
Die Performance-Differenz seit Jahresbeginn zwischen US-Aktien und Dividendenpapieren aus der Eurozone ist markant: -2% versus +11%. Gleichwohl ist die Lage nicht alarmierend: wir rechnen für die USA immer noch mit einem ansehnlichen BIP-Wachstum von rund 2% in diesem Jahr. Die Firmengewinne könnten, unter anderem dank weiteren rentablen Unternehmen nebst den Big Tech, rund 10% wachsen.
Wir halten die Aktiengewichtung von entwickelten Ländern neutral auf der strategischen Quote. Übergewichtet bleiben wir bei den sehr günstigen Schwellenländeraktien, die nun Momentum aufbauen und vom schwächeren US-Dollar profitieren.
Unsere Präferenz bei Aktien liegt neu bei Pharma. Der Sektor handelt aktuell zu einem historisch unüblichen Discount (KGV 17 gegenüber 19 bei Aktien weltweit). Die Kurse haben sich nun stabilisiert, und die drohende Wirtschaftsabschwächung könnte wieder für Zuflüsse sorgen. Wir erwarten ein sehr hohes Gewinnwachstum von 19%.
Halbleiter: Nach der Korrektur im Halbleitersektor liegt die Bewertung nun nicht mehr viel höher als die des Gesamtmarkts (KGV von 21 vs. 19). Das Gewinnwachstum ist mit über 30% aber weiterhin stark. Wir setzen auf einen kurzfristigen Rebound.
Nach dem starken Anstieg der Anleihenrenditen in Europa aufgrund der angekündigten Fiskalpakete kaufen wir Obligationen dazu. Dabei reduzieren wir unser Untergewicht bei CHF-Anleihen, da wir dort den Renditeanstieg für nicht gerechtfertigt erachten. Die Schweiz steht bezüglich Inflation und Verschuldung enorm stabil da. Unser Übergewicht in globalen Staats- gegenüber Unternehmensanleihen behalten wir bei.
Nach den jüngsten Verlusten des CHF (beispielsweise EUR/CHF bei 0.96) gehen wir nun in ein Übergewicht. Aufgrund der Standortvorteile bleibt der CHF prinzipiell attraktiv.
Obwohl wir strukturell angesichts des Bedarfs nach sicheren Anlagen mit einem Kursanstieg rechnen, signalisieren unsere Indikatoren, dass kurzfristig zu viel Optimismus herrscht. Der Goldpreis ist nach über 17% Kursanstieg im ersten Quartal auf einen Rekordpreis von über USD 3'100 pro Unze gestiegen. Das Edelmetall ist daher aus unserer Sicht kurzfristig überkauft, weshalb wir taktisch auf eine neutrale Position zurückgehen. Bei den restlichen Rohstoffen bleiben wir zurückhaltend, da wir insbesondere bei den Agrargütern und beim Erdgas die jüngsten Kursanstiege nicht als nachhaltig erachten.
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